attriXus – Customer Journey Tracking & Attribution

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Unterschiedliche Attributionsmodelle im Marketing

Unterschiedliche Attributionsmodelle im Marketing

Unterschiedliche Attributionsmodelle im Marketing

I. Einleitung

Attribution im Marketing bezieht sich auf den Prozess, durch den Unternehmen den Einfluss verschiedener Marketingmaßnahmen auf die Entscheidungen der Kunden im Kaufprozess bewerten. Einfach gesagt, es geht darum, zu bestimmen, welcher Marketingkanal oder welche Maßnahme letztendlich zu einer Conversion geführt hat. In einer zunehmend vernetzten Welt, in der Konsumenten oft mehrere Kontaktpunkte mit einer Marke haben, ist es entscheidend, diese Berührungspunkte (Touchpoints) genau zu analysieren, um die Effektivität der Marketingstrategien zu verstehen und zu optimieren.

Die Bedeutung von Attributionsmodellen für die Erfolgsmessung kann nicht genug betont werden. Sie helfen Marketingverantwortlichen, Ressourcen effizient einzusetzen, Kampagnen anzupassen und langfristig die Customer Journey zu verbessern. In diesem Artikel werden wir verschiedene Attributionsmodelle untersuchen, einschließlich ihrer Funktionsweisen, Vor- und Nachteile sowie der Anwendungsfälle.

II. Grundlagen der Attribution

Zweck von Attributionsmodellen

Attributionsmodelle dienen dazu, den Wert verschiedener Marketingkanäle in der Customer Journey zu quantifizieren. Durch die Analyse der Interaktionen eines Kunden mit einer Marke können Unternehmen besser verstehen, welche Maßnahmen am erfolgreichsten sind. Die korrekte Attribution ist entscheidend, um Marketingbudgets effektiv zuzuweisen und Strategien entsprechend anzupassen.

Customer Journey und Touchpoints

Die Customer Journey beschreibt den gesamten Prozess, den ein Kunde durchläuft, von der ersten Bekanntschaft mit einer Marke bis hin zum Kauf und darüber hinaus. Jedes dieser Schritte ist durch Berührungspunkte gekennzeichnet – spezifische Momente, in denen der Kunde mit dem Unternehmen in Kontakt tritt, sei es durch Werbung, Social Media, Website-Besuche oder Interaktionen im Geschäft. Ein umfassendes Verständnis dieser Touchpoints ist wichtig, da jeder einzelne das Endverhalten des Kunden beeinflussen kann.

Herausforderungen bei der Zuordnung von Conversions

Die Zuordnung von Conversions steht vor mehreren Herausforderungen. Zum einen ignorieren viele einfache Modelle die Komplexität der Customer Journey und messen den Einfluss nur eines einzelnen Berührungspunktes. Zum anderen sind Kundendaten oft fragmentiert oder unvollständig, was die Analyse erschwert. Die richtige Auswahl eines Attributionsmodells kann helfen, diese Herausforderungen zu überwinden und präzisere Einblicke zu gewinnen.

III. Single-Touch-Attributionsmodelle

A. Last-Click-Attribution

Die Last-Click-Attribution ist eines der am häufigsten verwendeten Attributionsmodelle, bei dem die gesamte Conversion dem letzten Kontaktpunkt vor dem Kauf zugewiesen wird. Dies bedeutet, dass der letzte Kanal, den der Kunde vor dem Kauf verwendet hat, als am wertvollsten angesehen wird.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile dieses Modells sind seine Einfachheit und die leichte Implementierbarkeit. Es bietet eine klare Sicht auf den direkten Einfluss, den der letzte Berührungspunkt hat. Allerdings hat es auch erhebliche Nachteile: Es ignoriert die Multi-Touch-Reise des Kunden und kann den Wert von Branding-, Awareness- und anderen oberen Funnel-Aktivitäten unterschätzen. Dies kann dazu führen, dass wichtige Maßnahmen nicht ausreichend finanziert oder gewürdigt werden.

Anwendungsfälle

Last-Click-Attribution eignet sich gut für Marken, die geschlossene Verkaufstransaktionen verfolgen oder für zeitlich begrenzte Angebote, bei denen der letzte Kontakt entscheidend ist.

B. First-Click-Attribution

Im Gegensatz zur Last-Click-Attribution weist die First-Click-Attribution die gesamte Conversion dem ersten Kontaktpunkt zu, der den Kunden auf die Reise zur Conversion geschickt hat.

Vor- und Nachteile

Die Hauptvorteile dieser Methode liegen in der Beachtung der ersten Schritte im Kaufprozess, was insbesondere für langfristige Markenaufbau-Kampagnen nützlich sein kann. Allerdings kann es auch problematisch sein, da es den Wert aller nachfolgenden Touchpoints ignoriert und nicht berücksichtigt, wie die Customer Journey tatsächlich verläuft.

Anwendungsfälle

First-Click-Attribution kann in Unternehmen sinnvoll sein, die den Fokus auf Markenbekanntheit und Kundenakquise legen, aber weniger für Unternehmen, die auf Conversion und Abschluss spezialisiert sind.

IV. Multi-Touch-Attributionsmodelle

A. Lineares Attributionsmodell

Das lineare Attributionsmodell verteilt den Wert einer Conversion gleichmäßig auf alle Berührungspunkte, die ein Kunde während seines Kaufprozesses hat. Dies bedeutet, dass jeder Kontaktpunkt den gleichen Anteil der Attribution erhält.

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil dieses Modells ist die Ganzheitlichkeit – es erkennt an, dass jeder Schritt in der Customer Journey wichtig ist. Dennoch hat es auch Schwächen, da es beim gleichmäßigen Verteilen der Attribution dem Einfluss der individuellen Berührungspunkte nicht gerecht wird und möglicherweise wertvolle Insights verloren gehen.

Anwendungsfälle

Es eignet sich gut für Marken, die eine gleichmäßige Marketingstrategie verfolgen und deren Verkauf über mehrere Touchpoints erfolgt.

B. Zeitverlaufsbasiertes Attributionsmodell

Das zeitverlaufsbasierte Modell quantifiziert die Attribution, basierend auf der zeitlichen Nähe der Berührungspunkte zur Conversion. Berührungspunkte, die näher am Zeitpunkt der Conversion liegen, erhalten daher mehr Gewicht.

Vor- und Nachteile

Dieses Modell eignet sich für die Messung kurz- bis mittelfristiger Marketingmaßnahmen und betont die Relevanz aktueller Interaktionen. Nachteile sind, dass es langanhaltende Auswirkungen früherer Kontakte möglicherweise nicht ausreichend erkennt.

Anwendungsfälle

Es kann besonders nützlich in Branchen sein, in denen die Kaufentscheidung schnell gefällt wird, wie beispielsweise im E-Commerce.

C. Positionsbasiertes Attributionsmodell

Das positionsbasierte Modell, auch bekannt als U-Form-Modell, gibt einem Großteil der Attribution (typischerweise 40%) dem ersten und dem letzten Touchpoint, während die restlichen 20% gleichmäßig auf die mittleren Berührungspunkte verteilt werden.

Vor- und Nachteile

Es kombiniert die Vorteile der First- und Last-Click-Modelle und bietet eine gute Balance zwischen den verschiedenen Kontaktpunkten. Allerdings ist es auch hier fraglich, ob die mittleren Berührungspunkte die tatsächliche Relevanz für den Kaufprozess widerspiegeln.

Anwendungsfälle

Es eignet sich für komplexere Customer Journeys, in denen sowohl das erste Interesse als auch der letzte Anstoß zur Conversion entscheidend sind.

V. Fortgeschrittene Attributionsmodelle

A. Datengetriebene Attribution

Die datengetriebene Attribution verwendet Algorithmen und maschinelles Lernen, um den Einfluss jedes Berührungspunkts auf die Conversion zu berechnen. Sie analysiert große Datenmengen, um Muster im Kundenverhalten zu erkennen.

Vor- und Nachteile

Ein wesentlicher Vorteil dieses Modells ist, dass es auf tatsächlichen Daten basiert und daher spezifische, wertvolle Einblicke liefert. Allerdings erfordert es auch Zugang zu umfangreichen Daten sowie spezialisierte Analysetools und -kenntnisse.

Anwendungsfälle

Idealerweise wird die datengetriebene Attribution von Unternehmen genutzt, die über eine erhebliche Datenbasis verfügen und bereit sind, in fortgeschrittene Analysewerkzeuge zu investieren.

B. Kanalübergreifende Attribution

Bei der kanalübergreifenden Attribution wird der Einfluss von Marketingmaßnahmen über verschiedene Kanäle hinweg beurteilt. Dies ist besonders herausfordernd, da oft unterschiedliche Datenquellen integriert werden müssen, um ein Gesamtbild der Customer Journey zu erhalten.

Herausforderungen

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, Daten aus verschiedenen Kanälen miteinander zu verknüpfen und ein vollständiges Bild der Kundenerfahrung zu zeichnen. Tools zur kanalübergreifenden Attribution sind erforderlich, um diese Daten zu aggregieren.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil ist ein umfassenderes Verständnis der Marketingperformance über unterschiedliche Plattformen hinweg, allerdings sind die Implementierung und Verwaltung dieser Systeme kompliziert.

VI. Vergleich der Attributionsmodelle

Um die bestmögliche Entscheidungsquelle für Marketingstrategien zu bieten, kann eine tabellarische Gegenüberstellung der verschiedenen Attributionsmodelle helfen. In der folgenden Tabelle finden sich die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle:

Modell Vorteile Nachteile Anwendungsfälle
Last-Click Einfach zu implementieren Ignoriert die Customer Journey Kurzfristige Aktionen
First-Click Fokussiert Markenbekanntheit Ignoriert nachfolgende Touchpoints Markenaufbau und Kundenakquise
Lineare Ganzheitliche Betrachtung Verlust an spezifischen Einblicken Gleichmäßige Marketingstrategien
Zeitverlaufsbasiert Betont aktuelle Interaktionen Unterschätzt Langzeitwirkungen E-Commerce
Positionsbasiert Balance zwischen ersten und letzten Touchpoints Wert von mittleren Touchpoints unter Umständen verloren Komplexe Customer Journeys
Datengetrieben Basierend auf echten Daten Hohe technische Anforderungen Datengetriebenes Marketing
Kanalübergreifend Umfassendes Bild der Performance Komplexe Datenintegration Multi-Channel-Marketing

VII. Auswahl des richtigen Attributionsmodells

Faktoren bei der Entscheidung für ein Modell

Die Wahl des geeigneten Attributionsmodells hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Art des Unternehmens, der verfügbaren Daten und den spezifischen Marketingzielen. Unternehmen sollten sich fragen, welche Touchpoints für ihre Produkte oder Dienstleistungen am relevantesten sind und wie sie ihre Ressourcen am effektivsten einsetzen können.

Schritte zur Implementierung

  1. Definieren Sie Ihre Ziele und KPIs – Bevor Sie ein Modell auswählen, sollten die Ziele klar definiert werden.
  2. Wählen Sie ein Attributionsmodell aus – Entscheiden Sie sich basierend auf Ihrem Marketingansatz und der Customer Journey.
  3. Daten sammeln und integrieren – Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Datenquellen verbunden und optimal genutzt werden.
  4. Analysieren und Optimieren – Führen Sie regelmäßige Analysen durch, um die Effektivität des gewählten Modells zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.

Best Practices und häufige Fehler

Eine gute Praxis ist es, regelmäßig das gewählte Attributionsmodell zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Häufige Fehler sind die Überemphasis auf einen einzigen Kanal oder die Unterschätzung der Bedeutung von Multi-Touch-Attributionen. Der Einsatz von Tools und Expertise kann helfen, diese Fehler zu vermeiden.

VIII. Zukunft der Attribution

Die Zukunft der Attribution wird stark von den Fortschritten in der KI und dem maschinellen Lernen geprägt sein. Unternehmen werden zunehmend in der Lage sein, tiefere Einsichten in das Kundenverhalten zu gewinnen und flexiblere Attributionsmodelle zu entwickeln, die sich dynamisch an Veränderungen im Markt anpassen.

Herausforderungen durch Datenschutzbestimmungen

Mit der Einführung strenger Datenschutzbestimmungen wird die Herausforderung, persönliche Daten effektiv zu nutzen, zunehmen. Unternehmen müssen Wege finden, ihre Attributionsstrategien anzupassen, um sicherzustellen, dass sie sowohl den rechtlichen Anforderungen entsprechen als auch gleichzeitig relevante Daten sammeln können.

Ausblick auf zukünftige Attributionsmethoden

Wir können erwarten, dass innovative Attributionsmethoden, die auf machine Learning basieren, zunehmend verbreitet werden. Diese Modelle könnten eine präzisere und flexiblere Zuordnung von Marketingeffekten ermöglichen.

IX. Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Attributionsmodelle eine wesentliche Rolle in der Marketingstrategie darstellen. Sie helfen, den Einfluss verschiedener Marketingmaßnahmen zu verstehen und Ressourcen effizient einzusetzen. Dennoch ist es wichtig, die richtigen Modelle auszuwählen und diese kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen, um den kontinuierlichen Veränderungen im Marketingumfeld gerecht zu werden.

 

 

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